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Newsletter zum Synodalen Weg
21.12.2020
Der Synodale Weg
Sehr geehrte Damen und Herren,

am ersten Advent im vergangenen Jahr haben wir den Synodalen Weg der Kirche in Deutschland offiziell begonnen. Viel ist seitdem geschehen. Gerne denken wir an die erste Synodalversammlung, den guten Geist von Frankfurt zurück – und dann kam die Corona-Pandemie. Sie hat uns einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht, vieles mussten wir ändern, vor allem die zweite Versammlung in regionale Treffen umwandeln. Gerade jetzt gilt aber: Wir sind zuversichtlich, dass wir auf dem Weg im neuen Jahr eine gute Etappe vorankommen. Vor allem hoffen wir, dass die Corona-Pandemie bald eingedämmt wird und wir die gemeinsamen Sitzungen wieder aufnehmen können.

Wir danken Ihnen für Ihr Interesse am Synodalen Weg und haben in diesem Newsletter wieder aktuelle Entwicklungen für Sie zusammengestellt. Immer wieder wird uns die Frage nach dem Sachstand der Arbeit in den vier Synodalforen gestellt. Gerade hier sind wir froh und dankbar, mit wieviel theologischem Sachverstand um die Themen gerungen wird. Die Foren arbeiten zunächst intern, um dann ihre Ergebnisse und Empfehlungen im Plenum der Synodalversammlung zu diskutieren. Sie werden aber über den Fortgang der Arbeiten regelmäßig berichten.

Von Herzen wünschen wir Ihnen und Ihren Familien Angehörigen Freundinnen und Freunden ein gesegnetes Weihnachtfest und ein gesundes und glückliches neues Jahr. Nehmen wir gemeinsam die Hoffnung des Kindes in der Krippe mit in diese Tage und auf den Synodalen Weg.

Ihre

Bischof Dr. Georg Bätzing      Prof. Dr. Thomas Sternberg

Präsidenten des Synodalen Weges

SYNODALER WEG AKTUELL
Synodaler Weg und Corona-Pandemie
Angesichts der aktuellen und absehbaren Lage der Corona-Pandemie kann die vorgesehene Synodalversammlung in Frankfurt am Main vom 4. bis 6. Februar 2021 nicht stattfinden. Eine Abfrage bei den Mitgliedern der Synodalversammlung hat ergeben, dass viele von ihnen die persönliche Begegnung, das direkte Gespräch und die verbindende Erfahrung des gemeinsamen Gottesdienstes angesichts des Ernstes der Themen für so bedeutsam halten, dass auch eine Durchführung der Synodalversammlung als Video-Konferenz nicht in Betracht kommt. Das Synodalpräsidium hat deshalb entschieden, die zweite Synodalversammlung auf den 30. September bis 2. Oktober 2021 zu verschieben. Am 4./5. Februar 2021 wird es stattdessen ein Online-Format geben, in dem alle Mitglieder der Synodalversammlung ohne Entscheidungsdruck vor allem die Arbeitsfortschritte der Synodalforen diskutieren werden.

Weitere Informationen
Herbst-Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat auf seiner digitalen Vollversammlung am 20. und 21. November 2020 den Synodalen Weg im internationalen Zusammenhang thematisiert. Als Gesprächspartner war der Bischof des brasilianischen Bistums Óbidos, Johannes Bahlmann OFM, zu Gast. Aus Visbek (Bistum Münster) stammend, trat Bahlmann dem Franziskanerorden bei. Seit November 2011 ist er Diözesanbischof, 2019 nahm er an der Amazonassynode teil. Vor diesem Hintergrund entfaltete Bischof Bahlmann die Situation seines Bistums, aus der er eine große Nähe zu den Themen des Synodalen Weges herstellt. So nimmt beispielsweise die gesellschaftliche Relevanz der katholischen Kirche auch in diesem Weltteil ab, was nach neuen Kommunikationsformen fragen lässt. Gute 80 Prozent der Verantwortung in den Gemeinden wird von Frauen getragen, deren Rolle gestärkt werden muss und die auch in öffentlichen Mandaten größere Sichtbarkeit erhalten sollten.

Als weiterer Gast war der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz bei der Vollversammlung dabei. Bischof Dr. Georg Bätzing hob den Eindruck von den sehr guten Partnerschaften zwischen beiden Trägerorganisationen des Synodalen Weges und dem Vertrauensverhältnis hervor, das sich über viele Jahre und zahlreiche gemeinsame Projekte bewährt hat. Das sei angesichts der kritischen Stimmen umso wichtiger, denn der Synodale Weg zeige sich nach wie vor als große Chance, die Kirche voranzubringen und den Menschen neue Zugänge zu ihr zu schaffen.

Das ZdK setzte seine Vollversammlung am 17. Dezember 2020 fort, um auf den Synodalen Weg zu blicken. Auch diese Beratungen fanden öffentlich statt und boten so Interessierten die Möglichkeit, den internen Diskussionen des ZdK zu folgen.

Weitere Informationen
Bischof Bätzing zum Synodalen Weg
In der Adventszeit hat sich Bischof Dr. Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, in einem ARD-Interview zu verschiedenen Aspekten des kirchlichen Lebens geäußert, insbesondere zum Synodalen Weg. Seine Bestandsaufnahme und seine Perspektiven können Sie nachhören. 

Zur Hörprobe
Prof. Sternberg zum Synodalen Weg
Im Rahmen einer Online-Konferenz der Katholisch-Theologischen Fakultät Freiburg hat Prof. Dr. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), den Synodalen Weg verteidigt und erklärt, das kirchliche Reformvorhaben sei nicht überflüssig, nicht erfolglos und auch nicht im Sande verlaufen.

Weitere Einschätzungen
Pater Bernd Hagenkord zum Synodalen Weg
Im Domradio hat P. Bernd Hagenkord SJ, Geistlicher Begleiter des Synodalen Weges, in einem Interview eine Bilanz des ersten Jahres Synodaler Weg gezogen. Seine These: „Es ist ganz anders gekommen als erwartet.“

Zum Nachhören
Argumentationshilfen des BDKJ zum Synodalen Weg erschienen
Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) möchte zu einer Auseinandersetzung mit seinen Positionen zu den vier Foren des Synodalen Weges anregen. Dafür stehen ab sofort Broschüren zu den Themen Macht und Gewaltenteilung, Rolle von Frauen und Priesterliche Lebensform sowie eine Broschüre des BDKJ Aachen zur Sexuallehre zum Herunterladen bereit. Wer ein paar gedruckte Broschüren benötigt, schreibt eine E-Mail an Martina Pickhardt.

Argumentationshilfe 1 des BDKJ
Argumentationshilfe 2 des BDKJ
Argumentationshilfe 3 des BDKJ
Argumentationshilfe 4 des BDKJ
Sekretär des Synodalen Weges geht in den Ruhestand
Nach 24 Jahren geht der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, der zugleich auch einer der beiden Sekretäre des Synodalen Weges ist, P. Dr. Hans Langendörfer SJ, in den Ruhestand. Am 6. Januar 2021 gibt er für eine Übergangszeit die Verantwortung als Sekretär an Ulrich Pöner, Bereichsleiter Weltkirche und Migration im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, ab. Ulrich Pöner ist dann amtierender Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz und des Synodalen Weges bis zum Amtsantritt eines Nachfolgers / einer Nachfolgerin von Pater Langendörfer, der / die auf der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz Ende Februar 2021 gewählt wird.

Tagung „Geistlicher Missbrauch“
Am 12./13. November 2020 hat mit knapp 400 Personen eine Online-Tagung „Gefährliche Seelenführer? Geistiger und geistlicher Missbrauch“ stattgefunden. Eingeladen hatte dazu die Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bischofskonferenz und der Sächsischen Landesärztekammer. Die Tagung verstand sich als ein weiterer Beitrag auf dem Synodalen Weg. Bischof Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen) betonte dabei: „Wenn wir den geistigen und spirituellen Missbrauch thematisieren, nehmen wir keinen Deut von der Schwere der Schuld beim sexuellen Missbrauch. Dazu müssen wir stehen, es aufklären und künftig verhindern. Die geistliche Begleitung von Menschen ist zu wichtig für uns als Religionsgemeinschaft, als dass wir auf einen Reflexionsprozess warten können, der uns von außen angetragen wird.“

Die Herder Korrespondenz hat ein Sonderheft zur Tagung herausgebraucht

Hintergründe zur Tagung
Erfurt bietet Audio-Begleitformate zum Synodalen Weg
Die Katholische Akademie im Bistum Erfurt bietet Audio-Begleitformate zum Synodalen Weg an. Mit den Erfurter Synodalen Prof. Dr. Julia Knop und Weihbischof Dr. Reinhard Hauke wurde jetzt ein Gespräch von Akademieleiter Niklas Wagner im Podcast „Hörenswertes im Bistum Erfurt“ zum aktuellen Stand des Synodalen Wegs aufgezeichnet. Weitere Formate dieser Art sind vorgesehen.

Zum Podcast
Umfrage zum Thema Synodalität
Im Oktober 2022 werden sich in Rom Bischöfe der katholischen Weltkirche zu einer Synode versammeln. Das Thema wird Synodalität sein. Synodalisierung der katholischen Kirche ist für Papst Franziskus ein Herzensanliegen. Prof. Dr. Tomas Halik, Prof. Dr. Peter Neuner, Anna Hennersperger und Prof. Dr. Paul M. Zulehner laden in diesem Zusammenhang zu einer Umfrage ein, die sich selbst als eine Art praktizierte Synodalität versteht. Sie erhoffen sich eine starke Beteiligung. Die Ergebnisse sollen die Synode mit Ansichten aus dem Volk Gottes vertraut machen und sie zu mutigen Überlegungen und Entscheidungen ermutigen.

Zur Umfrage
Termine und Veranstaltungen
11. Januar 2021: Synodalforum „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“

15. Januar 2021: Synodalforum „Macht und Gewaltenteilung“

4. bis 5. Februar 2021: Online-Konferenz des Synodalen Weges

18. bis 19. Februar 2021: Synodalforum „Priesterliche Existenz heute“

23. bis 25. Februar 2021: Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz

27. Mai 2021: Synodalforum „Priesterliche Existenz heute“

28. bis 29. Mai 2021: Synodalforum „Leben in gelingenden Beziehungen“

30. September bis 2. Oktober 2021: Zweite Synodalversammlung in Frankfurt am Main

3. bis 5. Februar 2022: Dritte Synodalversammlung in Frankfurt am Main Regionale Veranstaltungen sind in Verantwortung der (Erz-)Diözesen und der katholischen Vereine und Verbände.

Zu den Terminen
LESEN – INFORMIEREN – MITMACHEN
Zum Lesen
„Erzählen als Widerstand“ – so lautet der Titel des jetzt erschienen Buches des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB). Im Fokus steht sexueller und spiritueller Missbrauch, Machtmissbrauch, den erwachsene Frauen im Raum der katholischen Kirche im Kontext klassischer Seelsorge und geistlichen Lebens durch Priester und Ordensleute erlebt haben. Die erschütternden Berichte von 23 Autorinnen, die erstmals nach jahrelangem Schweigen den Mut fassten, ihre Erlebnisse zu schildern, werden durch theologische Essays und weiterführende Informationen ergänzt. Für den KDFB ist dieses Buch ein wichtiger Beitrag für den Synodalen Weg, sodass er allen Mitgliedern der Synodalversammlung das Buch kostenlos zur Verfügung stellt (Bestellung per E-Mail). Weitere Informationen

Am 2. März 2018 hat die Internationale Theologische Kommission des Vatikans die Studie „Synodalität in der katholischen Kirche“ veröffentlicht. Dazu haben jetzt P. Dr. Markus Graulich SDB und Prof. Dr. Johanna Rahner eine umfangreiche Ausgabe in der Reihe Quaestiones disputatae (Bd. 311) veröffentlicht. Fachleute aus der theologischen Wissenschaft kommen in Aufsätzen zu Wort. Das Buch ist erschienen im Herder-Verlag (ISBN 978-3-451-02311-8). Die Studie der Internationalen Theologenkommission ist in dem Buch vorhanden. Als Einzeltext gibt es sie auch in der Schriftenreihe des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz, Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 215 auf www.dbk.de unter Publikationen.

Christoph Haverkamp hat eine Biographie über Bischof Dr. Franz-Josef Bode veröffentlicht. „Der behutsame Reformer“ erzählt das Leben des Osnabrücker Bischofs und Vizepräsidenten des Synodalen Weges. Dabei spielt seine Rolle in der Deutschen Bischofskonferenz, beim Gesprächsprozess und während des Synodalen Weges eine große Rolle. Das Buch ist im Bonifatius-Verlag Paderborn erschienen (ISBN 9-783897-108790). Weitere Informationen

Zum Informieren
Aktuelle Informationen zum Synodalen Weg finden Sie unter www.synodalerweg.de und auf den Kanälen der Sozialen Medien: Facebook und Twitter.

Zum Mitmachen
Auf www.synodalerweg.de finden Sie weiterhin ein Fotomosaik aus hunderten Einzelbildern von Menschen, die den Synodalen Weg unterstützen. Bisher haben sich rund 1.300 Personen beteiligt und tragen so das Anliegen des Synodalen Weges der Kirche in Deutschland mit. Machen Sie mit für eine sichtbare Kirche, laden Sie Ihr Porträtfoto hoch und werden Sie Teil des Synodalen Weges.

Jetzt Mitmachen
GEISTLICHER IMPULS
AusKlang
Die Geistlichen Begleiter des Synodalen Weges, Maria Boxberg und P. Bernd Hagenkord SJ, veröffentlichen im Newsletter abwechselnd einen geistlichen Impuls. Im vierten Newsletter schreibt Maria Boxberg:

„Wir haben den längeren Atem.
Wir sind unterwegs in größerer Hoffnung
zu uns gehören die Empfindsamen und Unruhigen
und die nicht verbittern in traurigen Erfahrungen
und die hier bleiben
nicht weggehen
wohin die Sonne untergeht
noch wegtreten nach innen
die aber erleben wollen
die menschliche Gemeinschaft
wo aufstrahlt das Licht
bei uns hat schon mal einer
alle geladen zum Fest.“

Mit solchen Menschen sind wir unterwegs auf dem Synodalen Weg? Ich finde, der Text von Dorothee Sölle beschreibt einfühlsam und ermutigend, verheißungsvoll, was wir seit über einem Jahr leben, was uns bewegt, worum wir ringen, wozu wir einander brauchen. Heilsame, heilvolle Unruhe – die Heilige Schrift nennt uns zahlreiche Beispiele: Maria, Josef, die Hirten, die Weisen, …
Manchmal wird es fast zu viel. Aber es blüht uns ja ein Fest! Dafür lohnt sich mancher Aufwand, manche Mühe, sogar das Schmerzliche, und das, was schier verzweifeln lässt. Eine menschliche Gemeinschaft, die der Einladung Gottes folgt. Es wird ein Fest, wenn Menschen sich erkennen, achten, einander vergeben und einstimmen in das Gloria – Gott zur Ehre und den Menschen zu Segen und Heil.

     
   
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