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Newsletter zum Synodalen Weg
11.11.2020
Der Synodale Weg
Sehr geehrte Damen und Herren,

in wenigen Wochen endet das Kirchenjahr, an dessen Beginn am 1. Advent 2019 wir den Synodalen Weg eröffnet haben. Viel hat sich seitdem getan und wir dürfen gemeinsam dankbar auf die bisherige Wegstrecke zurückschauen. Mit der Corona-Pandemie hatte niemand gerechnet und so sind wir – wie jeder Mensch auf der Welt – auch beim Synodalen Weg in einen coronagerechten Modus übergegangen, vor allem, um niemanden zu gefährden.

Die nächsten Tage werden zeigen, wie es mit den Treffen des Synodalen Weges weitergeht. Wir laden Sie alle ein, in Ihren Gemeinden, Gremien, kirchlichen Einrichtungen und wo immer Sie aktiv sind, den Synodalen Weg lebendig zu halten. Es gibt gute Online-Angebote, die sich mit dem Synodalen Weg befassen. Dankbar sind wir auch für Ihr Gebet, das den Synodalen Weg begleitet. Vielleicht sind wir gerade in diesen Wochen, am Wechsel des Kirchenjahres, ganz besonders darauf angewiesen, für ein weiteres gutes Gelingen des Synodalen Weges zu beten.

Wir wünschen Ihnen viel Kraft in diesen herausfordernden Zeiten. Tatsächlich wird nach der Corona-Pandemie vieles anders sein. Aber gerade darin liegt auch eine Chance.

Herzliche Grüße

Karin Kortmann Bischof Dr. Franz-Josef Bode

Mitglieder des Präsidiums des Synodalen Weges

SYNODALER WEG AKTUELL
Synodaler Weg und Corona-Pandemie
In diesen Tagen wird das Präsidium des Synodalen Weges angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie weitere Schritte zum Fortgang des Synodalen Weges überlegen und die Mitglieder der Synodalversammlung informieren. Ein zentrales Ziel ist es für das Präsidium, dass der Gefahr des Corona-Virus begegnet wird und keine Risiken eingegangen werden.

Fünf Orte – ein Weg
Am 4. September 2020 haben die fünf Regionenkonferenzen des Synodalen Weges in Berlin, Dortmund, Frankfurt am Main, Ludwigshafen und München stattgefunden. Pandemiebedingt war eine Synodalversammlung nicht möglich. Das Interesse der Mitglieder der Synodalversammlung sowie der Beraterinnen und Berater einiger Foren war übergroß. Auch die Medien haben diesen Tag an allen fünf Orten intensiv begleitet. Bischof Dr. Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und Präsident des Synodalen Weges, betonte in Frankfurt a. M., dass die Pandemie aktuelle Fragen an die Kirche gestellt hätte, die es in den kommenden Monaten zu beantworten gelte: „Was bedeutet es, wenn das Leben so gefährdet ist? Was sagt uns Gott in dieser Zeit? Was brauchen wir?“ Ihm gehe es darum, mit dem Synodalen Weg Charismen freizusetzen und ihnen einen Platz in der Kirche zu vermitteln. „Entbindung, Freisetzung und Stärkung der Charismen in der Kirche, das brauchen wir jetzt“, so Bischof Bätzing. Der Präsident des ZdK und Präsident des Synodalen Weges, Prof. Dr. Thomas Sternberg, würdigte die Konferenzen als wichtigen weiteren Schritt des Synodalen Weges: „Wir haben einen kritisch-selbstkritischen Austausch an sachlichen Argumenten und persönlichen Erfahrungen erlebt zu den zwei ersten Arbeitspapieren und Corona. Die Pandemie stellt grundsätzliche Fragen – gesellschaftlich und kirchlich. Ich bin froh, dass wir heute die Regionenkonferenzen für Feedback und Hearing nutzen können. Es ist deutlich geworden: Der Synodale Weg geht erfolgreich weiter, der gute Geist von Frankfurt lebt.“

Texte der Regionenkonferenzen, Fotos, Pressemitteilungen und das Protokoll von allen Orten finden Sie unter:

www.synodalerweg.de
Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz
Die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz hat sich vom
22. bis 24. September 2020 ausführlich mit dem Synodalen Weg befasst. In seinem Bericht vor der Presse betonte Bischof Dr. Georg Bätzing: „Im Sinn eines ehrlichen Ringens darum, die Zeichen der Zeit im Licht des Evangeliums zu deuten und im Sinn einer aufrichtigen Synodalität ist es wichtig, dass auch wir Bischöfe das offene und zugleich konstruktive Gespräch miteinander suchen. Es ist unsere Verantwortung, aufbrechende Konflikte in aufmerksamer Weise miteinander anzugehen. Deshalb war es unabdingbar, dass wir als Bischöfe uns auch untereinander freimütig austauschen, die Perspektiven und Anliegen, aber auch die Sorgen und Bedenken der anderen aufmerksam zur Kenntnis nehmen und soweit als möglich das Gemeinsame suchen, das vom Auftrag des Evangeliums her ja nicht gering sein kann. Zur Suche nach dem Gemeinsamen gehört auch, die Spannungsfelder, in denen wir uns mit unseren Überlegungen bewegen, klar zu benennen und gerade die verschiedenen Perspektiven zusammenzutragen. Dabei ging es auch um die Reflexion und den Austausch darüber, was wir uns vom Synodalen Weg erhoffen.“

Mehr dazu:

Pressebericht des Vorsitzenden
Fachtagung Gottesdienst und Macht
Am 28./29. Oktober 2020 hat die von der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz angebotene Fachtagung „Gottesdienst und Macht. Klerikalismus in der Liturgie“ stattgefunden. Sie verstand sich als Beitrag für die Debatten auf dem Synodalen Weg der Kirche in Deutschland. Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen an der Online-Konferenz teil. Bischof Dr. Stephan Ackermann, der Vorsitzende der Liturgiekommission, betonte dabei: „Die Machtthematik durchzieht alle Bereiche unseres Lebens, damit auch den Bereich des Glaubens, der Kirche und der Liturgie. Und so sehr es auch stimmt, dass Macht im Bereich des Glaubens und der Kirche im Dienst an der Botschaft des Evangeliums steht, so lässt sich die zugrundeliegende Problematik nicht dadurch lösen, dass man die bewusste Thematisierung der Machtfrage als ‚unspirituell‘ und damit unangemessen abtut. Im Gegenteil: Dann wird die Gefahr, dass Macht unreflektiert und unkontrolliert ausgeübt wird, größer.“

Mehr zur Tagung unter:

www.dbk.de
Aus Konflikten lernen
Der Sekretär des Synodalen Weges, Marc Frings, wirbt dafür, aus internationalen politischen Konflikten auch für die Konfliktbewältigung in der Kirche zu lernen. „Ähnlich wie im Nahen Osten habe ich auch das Gefühl, dass innerhalb der Kirche – und innerhalb der Christen insgesamt – viel mehr moderate Töne bestehen“, so Frings in der von mehreren kirchlichen Akteuren herausgegebenen Podcast-Reihe „Himmelklar“. Bisweilen würden jedoch vor allem jene gehört, die sich laut und radikal zu Wort meldeten. Sowohl in der Kirche als auch bei Konflikten gelte es, im Dialog zu bleiben, um sich aufeinander zubewegen zu können. Dafür müssten bisweilen auch Positionen geschärft werden, „dass wir wissen, wohin die Reise künftig gehen soll“, so Marc Frings. Beim Synodalen Weg gehe es vor allem um „die Kompetenz des Zuhörens“ – und darum, zu lernen, unterschiedliche Positionen auszuhalten.

Weiteres unter:

Podcast Himmelklar
Debatte um Kontrolle der Macht
Bei einem Gesprächsabend des Erzbistums Hamburg unter dem Leitwort „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche“ haben am 15. Oktober 2020 in Rostock ZdK-Vizepräsidentin Dr. Claudia Lücking-Michel und der Hamburger Erzbischof
Dr. Stefan Heße diskutiert. Der Erzbischof forderte dabei eine bessere Kontrolle von Macht in der Kirche. Amtsträger sollten über ihre Tätigkeit Bericht ablegen müssen. Als Kontrollinstanzen könne er sich bereits bestehende Gremien wie den diözesanen Wirtschaftsrat vorstellen. Claudia Lücking-Michel, Vorsitzende des Synodalforums „Macht und Gewaltenteilung“ des Synodalen Weges, betonte, dass die Kirche zwar keine Demokratie sei. Aber die demokratischen Strukturen und Instrumente der Gesellschaft seien ihr prinzipiell nicht verschlossen. „Da sollten wir gut drauf gucken, wie wir die nutzen können, um wirklich alle teilhaben zu lassen.“ Zentraler Streitpunkt im Zusammenhang mit Macht in der katholischen Kirche sei zudem die Frage nach dem Zugang zu Weiheämtern für Frauen.

Weiteres unter:

www.erzbistum-hamburg.de
Podium in der Akademie „Die Wolfsburg“
Bei einem Podium in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ haben am
7. Oktober 2020 mehrere Mitglieder der Synodalversammlung des Synodalen Weges über die weitere Ausrichtung des Reformprozesses diskutiert. Nach Einschätzung des Bischofs von Essen, Dr. Franz-Josef Overbeck, Vorsitzender des Synodalforums „Macht und Gewaltenteilung“ des Synodalen Weges, werde der Synodale Weg nicht zu einem völligen Konsens führen. Wenn es gelänge, „mit 70 bis 80 Prozent“ der Delegierten Übereinstimmungen zu erzielen, „ist viel erreicht“.

Sr. Philippa Rath OSB forderte mehr Bewegung der Kirche in der Frauenfrage. „Wir brauchen heute die Vision des Frauenpriestertums, wir können das nicht mehr auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben.“ Inzwischen träten auch kirchlich engagierte Frauen aus der Kirche aus. Der Bochumer Theologe Matthias Sellmann kritisierte „ein großes Ausmaß an unkontrollierter Machtausübung“ in der Kirche. Menschen in Demokratien würden gewöhnlich „durch Kompetenz und Wahl“ zu einem Amt kommen. Anders sei es bei den Bischöfen, die von einem Domkapitel vorgeschlagen und letztlich vom Papst ernannt würden.

Zur Veranstaltung
Kirche und Sexualität
Das Bildungshaus St. Rupert in Traunstein lädt zu einer Reihe über die Forenthemen des Synodalen Weges ein. Am 19. Januar 2021 findet um 19.00 Uhr ein Gespräch mit der Moraltheologin und Pastoralreferentin Dr. Veronika Bogner zum Thema „Kirche und Sexualität“ statt. In der Veranstaltung soll gefragt werden, was Bibel und Kirche heute zu gelingenden Liebesbeziehungen und verantworteter Elternschaft sagen können.

Mehr unter:

www.sankt-rupert.de
Was und wie, wenn ohne Gott?
Vom 26. bis 27. Februar 2021 findet in Dresden der Kongress „Was und wie, wenn ohne Gott?“ statt, zu dem unter anderem der Bischof von Dresden, Heinrich Timmerevers, die Katholische Akademie Dresden und die geistlichen Begleiter des Synodalen Weges einladen. Heute sei es anders, mit Gott zu leben als noch vor wenigen Jahrzehnten. Die Kirche sei vielen inneren und äußeren Veränderungen ausgesetzt, was sich auch mit dem Synodalen Weg zeige. Der Kongress wende sich daher an Gottesglaubende, Sympathisanten und Gottesferne, die sich über ein geistliches Leben vergewissern wollen.

Programm und Anmeldung unter:

www.katholische-akademie-dresden.de
Herbst-Vollversammlung des ZdK am 20./21. November 2020
Die Herbst-Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) wird sich am 20. und 21. November 2020 zusammenfinden – erstmalig in einer vollständig digitalen Form, um den aktuellen Gegebenheiten gerecht zu werden. Ein fester Bestandteil der Tagesordnung wird auch hier der Synodale Weg sein, um im größten Laiengremium eine Zwischenbilanz zu ziehen und einen Ausblick auf die kommenden Monate zu wagen. Diese Beratungen erhalten einen internationalen Akzent, wenn der Bischof von Óbidos (Brasilien), Bernhard Johannes
Bahlmann OFM, sich für den Austausch zuschalten wird und eine Außenperspektive auf das Projekt der katholischen Kirche in Deutschland gibt. Bischof Bahlmann OFM stammt aus dem Bistum Münster, ist seit 2009 Bischof im Nordosten Brasiliens und war 2019 Teilnehmer der Amazonassynode.

Aktuelles zur ZdK-Vollversammlung unter:

www.zdk.de
Catholica-Beauftragter der VELKD zu Synodalität
Bei der 7. Tagung der 12. Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) hat sich deren Catholica-Beauftragter, Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke, zu Fragen der Synodalität geäußert. In seinem am 7. November 2020 auf einer Online-Versammlung vorgestellten Bericht ging Landesbischof Manzke ausdrücklich auf den Synodalen Weg der Kirche in Deutschland und den Begriff Synodalität bei Papst Franziskus ein. „Eine Herausforderung wird es … sein, die Spannung zwischen Einheit und Vielfalt in der katholischen Kirche auszutarieren. Das im ökumenischen Dialog enorm wichtige Thema der Zuordnung von Einheit und Vielfalt der Kirche ist mit der Hervorhebung des Synodalen Weges als eines wichtigen Beratungsganges für die Reform der Kirche im Katholizismus selbst endgültig und ausdrücklich angekommen“, so Landesbischof Manzke in seinem Bericht.

Zum Bericht
Arbeiten zur Vorbereitung der Bischofssynode angelaufen
Anfang Dezember 2020 beginnen die ersten Vorbereitungen für die Weltbischofssynode im Oktober 2022 in Rom, die unter dem Leitwort „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Partizipation und Mission“ steht. Das hat der neue Generalsekretär der Bischofssynode, Bischof Mario Grech, angekündigt, der von Papst Franziskus zum Kardinal ernannt worden ist. Bei dem ersten Vorbereitungstreffen würden die Mitglieder des Sekretariatsrats bei einer virtuellen Konferenz zusammentreffen, um das Themenfeld näher einzugrenzen.

TERMINE UND VERANSTALTUNGEN
Im Überblick
13. November 2020: Gemeinsame Konferenz von Mitgliedern des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn

13. November 2020: Erste Sitzung des Erweiterten Präsidiums des Synodalen Weges

20./21. November 2020: Digitale Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken

9. Dezember 2020: Treffen der diözesanen Ansprechpartner des Synodalen Weges

11./12. Dezember 2020: Forum „Leben in gelingenden Beziehungen“

4. bis 6. Februar 2021: Zweite Synodalversammlung

18./19. Februar 2021: Forum „Priesterliche Existenz“

22. bis 25. Februar 2021: Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Dresden

12. bis 16. Mai 2021: Dritter Ökumenischer Kirchentag in Frankfurt am Main

30. September bis 2. Oktober 2021: Dritte Synodalversammlung in Frankfurt am Main

3. bis 5. Februar 2022: Vierte Synodalversammlung in Frankfurt am Main

Regionale Veranstaltungen sind in Verantwortung der (Erz-)Diözesen.

Zu den Terminen
INFORMIEREN – MITMACHEN
Zum Informieren
Aktuelle Informationen zum Synodalen Weg finden Sie unter www.synodalerweg.de und auf den Kanälen der Sozialen Medien:

Facebook und Twitter.

Zum Mitmachen
Auf www.synodalerweg.de finden Sie weiterhin ein Fotomosaik aus hunderten Einzelbildern von Menschen, die den Synodalen Weg unterstützen. Bisher haben sich rund 1.400 Personen beteiligt und tragen so das Anliegen des Synodalen Weges der Kirche in Deutschland mit. Machen Sie mit für eine sichtbare Kirche, laden Sie Ihr Porträtfoto hoch und werden Sie Teil des Synodalen Weges.

Jetzt mitmachen
GEISTLICHER IMPULS
AusKlang
Die Geistlichen Begleiter des Synodalen Weges, Maria Boxberg und P. Bernd Hagenkord SJ, veröffentlichen im Newsletter abwechselnd einen geistlichen Impuls. Im dritten Newsletter schreibt P. Hagenkord:

Wir reden viel. Texte, Theologie, Meinungen, Überzeugungen, Argumente: alle wollen ausgetauscht werden auf unserem Synodalen Weg. Und das ist auch gut so. 
Nur mit Gott wird es dabei schwierig, und Kommunikation mit Gott will ja das Zentrum unseres Tuns sein. Gebet nennen wir das. Das erste, was Gott über das Gebet lehrt, ist die Stille, sagt Teresa von Ávila. Das Hören müssen wir lernen, auf eine Stimme, die von unserer eigenen leicht verdeckt wird. „Oder meint ihr, Gott schweige, nur weil wir ihn nicht hören?“, fragt Teresa.
Wir reden viel, und das ist gut so. Aber ohne das Schweigen, ohne Stille, ohne die Stimme Gottes zu hören, wird daraus nichts.

     
   
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