| Aktuelles | Nr. 010
Impulse aus der Predigt von Bischof Dr. Klaus Krämer bei der Eucharistiefeier anlässlich der sechsten Synodalversammlung des Synodalen Weges in Stuttgart
Wir machen Station hier in St. Fidelis – Station S, dem spirituellen Zentrum im Herzen Stuttgarts. Es ist ein Einhalt auf halber Strecke – dieser sechsten Synodalversammlung, unseres gemeinsamen Weges, am Ende eines Abschnitts, an der Schwelle zu einer neuen Etappe. Wir blicken zurück und evaluieren, was bislang erreicht wurde und wo noch Leerstellen bleiben. Und wir blicken nach vorn – hoffend und bangend, manche eher skeptisch, aber auch in neugieriger Erwartung auf das, was da kommen mag, was gelingen wird, was uns an Neuem begegnen wird – auf unserem Weg. Wir sind gemeinsam unterwegs als synodale Kirche – hier in Stuttgart, für unsere Kirche in Deutschland, in weltweiter Gemeinschaft.
Die Kirche hat sich auf den Weg der Synodalität gemacht: Papst Franziskus hat diesen Weg eingeschlagen – Papst Leo setzt ihn fort. Gemeinsam sind wir als weltweite Kirche auf diesem Weg. Niemand weiß heute schon, wie dieser Weg genau aussehen wird. Aber wir sind unterwegs als „Pilger der Hoffnung“ – wir haben ein Ziel vor Augen: das Reich Gottes, das schon mitten unter uns zu wachsen beginnt. Das Reich Gottes wächst im Verborgenen – im Kleinen und Unscheinbaren. Es ist wie ein Saatkorn, das von selbst wächst. Wir können das Reich Gottes nicht machen. Aber wir können das Wachsen geschehen lassen, der Saat die Zeit geben, die sie braucht – die kleinen Anfänge entdecken, sie fördern, ihnen Raum geben und Schutz!
Ein solcher Raum hat sich für mich in diesen Tagen mit der „conversatio in spiritu“ geöffnet – eine gute Möglichkeit, um synodale Tugenden einzuüben: aufeinander hören, uns füreinander öffnen, einbringen, was uns bewegt, den anderen wahrnehmen, zusammenfinden, um dann gemeinsam zu gehen. Wo wir in diesem Geist zusammen sind, kann etwas wachsen, entstehen Räume, die schützen und die Dinge reifen lassen, sie zu den Früchten werden lassen, die nur Gottes guter Geist hervorzubringen vermag.
Machen wir uns auf den Weg und stärken wir uns auf diesem Weg: indem wir uns gegenseitig ermutigen und gemeinsam auf den vertrauen, der diesen Weg mit uns geht. „Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich“ – so spricht der Engel zum Propheten Elija in der Wüste! Gott stärkt uns mit seinem Wort und mit dem Brot, das wir miteinander teilen – so wie die Jünger die fünf Brote und die beiden Fische mit den Menschen geteilt haben, die Jesus an den einsamen und abgelegenen Ort gefolgt sind. Jesus traut uns zu, dass das, was wir mitbringen, ausreicht – wenn wir es in seine Hand legen und in seinem Namen mit den Menschen teilen. Eine Zukunftsvision für unsere Kirche: den Menschen nahe, indem wir das, was wir haben, indem wir unser Leben mit ihnen teilen – in Jesu Namen!
Hinweis:
Die Impulse aus der Predigt von Bischof Krämer sind untenstehend auch als PD-Datei verfügbar.
